Drohender Brexit ohne Einfluss auf das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer
(rb) Hannover/Frankfurt. Während bei den stärker international ausgerichteten deutschen Großunternehmen Sorgen und Skepsis herrschen wegen des anstehenden Brexit-Referendums in Großbritannien, lassen sich die deutschen Mittelständler die Laune durch mögliche konjunkturelle Risiken im Gefolge eines negativen Ausgangs der Abstimmung nicht verderben. Das belegt das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer. Eher sogar im Gegenteil: Im Mai 2016 verbesserte sich danach das mittelständische Geschäftsklima sogar um drei Zähler auf den mit 15,4 Saldenpunkten bisher höchsten Stand des laufenden Jahres. Dabei sind beide Komponenten des Indikators deutlich im Plus: Die Urteile zur aktuellen Geschäftslage stiegen um 3,4 Punkte, die Geschäftserwartungen legten um 2,7 Zähler auf 3,9 Saldenpunkte zu. Bei den Großunternehmen hingegen prägen neben den ungeklärten Fragen um Europa die Rezessionen in Russland und Brasilien sowie die Wachstumsabschwächung in China das globale Bild. Ihre Stimmung bleibt daher merklich gedämpfter als die des Mittelstandes. Die KfW nennt das „nachvollziehbar“. Vor allem die Geschäftserwartungen träten praktisch auf der Stelle und bewegten sich nun bereits zum fünften Mal in Folge unterhalb des langjährigen Durchschnittswertes, stellt die Förderbank fest. Auch ein Blick in die Branchen bestätige, dass die Sorgen momentan vor allem vom internationalen Umfeld ausgingen, während die Binnennachfrage für konjunkturelle Zuversicht sorge. Die gegenüber globalen Nachfrageschwankungen besonders exponierte Großindustrie bleibe damit mit einigem Abstand das Schlusslicht der Stimmungstabelle. Die Mai-Ergebnisse des Mittelstandsbarometers ließen sich im Gegensatz dazu mit dem Satz „Der deutsche Aufschwung hält Kurs“ auf den Punkt bringen, stellt die KfW fest. Die Bank kündigte zugleich an, dass sie ihre Konjunkturprognosen überdenken werde, wenn sich die Briten am 23. Juni für einen Ausstieg aus Europa, den Brexit, entscheiden sollten.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #112.