- Artikel: Die Stasi half im Landtagswahlkampf 1974 auch zwei SPD-Abgeordneten
- Kommentar: Niedersachsen muss den Stasi-Opfern helfen
Das alte Staatssicherheitsgebäude (Stasi) in Berlin. Foto: Fotolia[/caption]
Volker Meyer (CDU) hält es für wichtig, die Beratungsstelle für Opfer des SED-Regimes in Niedersachsen, angesiedelt im Innenministerium, weiterhin zu erhalten. Seine Fraktionskollegin Heidemarie Mundlos regte eine „Professur zum Thema DDR-Geschichte an einer niedersächsischen Hochschule“ an und Almuth von Below-Neufeldt (FDP) forderte, die Politik dürfe nie wieder zulassen, dass – wie in der DDR – ein Klima des Misstrauens die Gesellschaft beherrscht. Regina Asendorf (Grüne) sieht es ähnlich. In Ostdeutschland habe es „ein Nebeneinander, kein Miteinander“ gegeben, „Angst, Misstrauen und Hass“ hätten regiert. Ansätze dazu gebe es heute wieder, sogar hierzulande, sagte die Grünen-Politikerin und erwähnte, begleitet von Gemurmel im Plenum, das Verhalten der Autoindustrie in der jüngsten Diesel-Krise.
Leider sind die Inhalte des Abschlussberichts im Landtag nicht zur Sprache gekommen. Beispielsweise die Tatsache, dass die Stasi im Umfeld westdeutscher Spitzenpolitiker aktiv wurde und Dossiers über den Fahrer von Ministerpräsident Ernst Albrecht anlegte. Oder dass die Stasi bei der SPD in Hannover einen jahrelang aktiven Mitarbeiter hatte, der den Streit zwischen Jungsozialisten und SPD-„Kanalarbeitern“ hautnah miterlebte und dies vermutlich auch weitermeldete. Der Mann lernte die politischen Anfänge des späteren Bundeskanzlers Gerhard Schröder in der hannöverschen SPD direkt kennen. Dann gibt es die Spione, die im Innenministerium und beim Verfassungsschutz platziert wurden, die recht vielen Stasi-Mitarbeiter, die sich ausgerechnet in Garbsen bei Hannover angesiedelt hatten und von denen einige wohl bemüht waren, den Fliegerhorst in Wunstorf auszukundschaften.


