Frank Bsirske, früherer Verdi-Vorsitzender, geht mit Unterstützung der Parteispitze in das Kandidatenrennen zur Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl. Am Wochenende entscheidet die Delegiertenversammlung der niedersächsischen Grünen über die Platzierungen – und Bsirske bewirbt sich für Position sechs auf der Liste, die inzwischen bis Platz 16 als relativ „sicher“ eingestuft wird.
In einer Pressekonferenz erklärten die Grünen-Landesvorsitzenden Hanso Janßen und Anne Kura, zwischen den Grünen und den Gewerkschaften gebe es „enge Beziehungen“, daher befürworte die Parteiführung Bsirskes Kandidatur. „Dies ist aber keine Empfehlung für einen bestimmten Platz“, schob Kura auf Nachfragen hinterher. Es kann nämlich sein, dass der bisherige Landtagsabgeordnete Stefan Wenzel, sollte er auf Rang zwei gegen Sven-Christian Kindler unterliegen und nicht auf Platz vier gewählt werden, auf dem sich Jürgen Trittin bewirbt, auch für Platz sechs antritt. In diesem Fall würde Wenzel gegen einen ausgewiesenen Bewerber der Parteiführung ins Rennen gehen.
„Uns ist bisher kein anderer Bewerber als Bsirske für Platz sechs bekannt“, sagte Kura. Für Platz eins der Landesliste steht eine Kampfabstimmung zwischen Filiz Polat (Osnabrück) und Julia Verlinden (Lüneburg) bevor, für Platz zwei zwischen Kindler und Wenzel. Verlindens Wahlkreis Lüneburg-Lüchow-Dannenberg und Kindlers Wahlkreis Hannover könnten – aktuellen Berechnungen zufolge – die beiden einzigen der 30 niedersächsischen Bundestagswahlkreise sein, in denen diesmal die Grünen sogar das Direktmandat erringen könnten.


