Julia Hamburg, Grünen-Fachsprecherin für Rechtsextremismus, mahnt eine weitere Aufklärung der Zusammenhänge an, die aus dem Wirken des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) hervorgegangen sind. Die Mordtaten des 2011 aufgedeckten NSU-Trios waren nur möglich, weil es mindestens zwei Helfer aus Niedersachsen gab, in erster Linie Holger G. aus Lauenau (Kreis Schaumburg), der Waffen besorgt hatte und beim Untertauchen der Täter geholfen haben soll. Die Grünen hatten die Landesregierung nach ihren weiteren Erkenntnissen gefragt, zumal G. vielfältige Kontakte zu rechtsextremen Kreisen unterhielt und die Vermutung besteht, der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke 2018 könne auf einem fortgesetzten Wirken von bisher unbekannten NSU-Strukturen beruhen. Auch hohe NPD-Funktionäre aus Südniedersachsen sollen im Kontakt zu G. gestanden haben, erklärte Helge Limburg, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Fraktion. Die Grünen wollen Mitte Februar im Verfassungsschutzausschuss nachhaken, ob es nicht nähere Erkenntnisse gibt. „Danach müssen wir entscheiden, ob auch die Öffentlichkeit ein Anrecht hat, über die Zusammenhänge besser informiert zu werden“, sagte Hamburg. Einen gemeinsamen Vorstoß mit der FDP für eine Aktenvorlage oder gar einen Untersuchungsausschuss schloss sie nicht aus.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #015.