Ernst Hüdepohl, Leiter der Steuerabteilung im Finanzministerium, hat gestern im Haushaltsausschuss des Landtags über die anstehende Fusion von 16 zu acht Finanzämtern berichtet. Zusammengelegt werden jeweils Lüchow und Uelzen (schon zum 1. April), später dann Wittmund und Aurich, Braunschweig-Altenwiekring und Helmstedt, Emden und Norden, Goslar und Bad Gandersheim, Hameln und Holzminden, Hildesheim und Alfeld, sowie Northeim und Herzberg. Anders als bisher vermutet wird die Entscheidung, wer Leiter der jeweils fusionierten Ämter wird, vorgezogen. Viele Ausschreibungen laufen, andere sind schon abgeschlossen. „Wir sind immer gefragt worden: Wer wird der Boss? Indem wir das zügig festlegen und Pflöcke einschlagen, beenden wir eine Phase der Unsicherheit. Konkurrenzkampf oder Lethargie wären unerträglich, deshalb kürzen wir diesen Prozess ab.“ Die Klärung der anschließenden Fragen, welche bisher doppelten Bereiche an welchen Standorten wegfallen sollen, obliege der neuen Führung der fusionierten Ämter und könne Zeit beanspruchen. Bei der Besetzung der neuen Leitungsposten sind einige Positionen aufgewertet worden, weil die Zahl der untergeordneten Mitarbeiter wachse und damit eine Höherstufung gerechtfertigt sei. In anderen Fällen werden bisherige Leiter zu Vize-Leitern zurückgestuft, ohne aber ihre bisherigen Gehaltsansprüche zu verlieren. Dies könne in Einzelfällen dazu führen, dass sich bisherige Leiter „degradiert fühlen“, räumte Hüdepohl ein. Stefan Wenzel (Grüne) und Christian Grascha (FDP) hielten dem Finanzministerium einen „Strategiewechsel“ vor, denn anfangs sei vermittelt worden, man wolle das altersbedingte Ausscheiden für den Personalabbau nutzen. Hüdepohl betonte, dabei bleibe es auch – nur in der Leitungsfrage lege man Wert auf rasche Festlegungen.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #004.