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Anfang der Woche hatte das Sozialministerium verfügt, dass Lebensmittelläden, Wochenmärkte, Drogerien, Banken und Tankstellen, Baumärkte, Frisöre und Apotheken ausdrücklich von der Schließung ausgenommen sind. Das Land hat die Kreise und kreisfreien Städte angewiesen, dies so vorzuschreiben.
Einige Kommunen gehen noch weiter als das Land
Einige Kommunen sind allerdings darüber hinausgegangen. So geht der Kreis Osnabrück, der nahe an dem von Corona besonders heimgesuchten NRW liegt, viel weiter. Dort sind Gaststätten, die sonst landesweit noch bis 18 Uhr geöffnet haben dürfen, ab sofort bis 2. April ganztägig gesperrt. Dort dürfen nur noch Speisen und Getränke zur Abholung bereitgestellt werden. Friseure und Baumärkte müssen im Kreis Osnabrück ebenfalls bis 2. April schließen, Recyclinghöfe und Grünabfall-Sammelplätze sind nicht mehr zugänglich. In den Läden, die noch geöffnet haben dürfen, müssen die Kunden einen Abstand von mindestens zwei Metern halten. https://www.youtube.com/watch?v=EqefOb9rpvw Der Landkreis Lüneburg verhängt ebenfalls schon schärfere Auflagen: In Supermärkten darf je 20 Quadratmeter Verkaufsfläche nur ein Kunde im Laden sein, bei 800 Quadratmetern also maximal 40 Personen. Der Zutritt wird gesteuert, indem jeder Kunde einen Einkaufswagen nutzen muss. Über die maximale Zahl der Einkaufswagen kann die Obergrenze eingehalten werden. Warten Menschen vor dem Eingang, so müssen sie mindestens einen Meter Abstand halten. Außerdem dürfen Waren „nur in einem haushaltsüblichen Umfang an eine Person abgegeben werden“, heißt es im Erlass des Kreises Lüneburg.Krisenstab peilt "möglichst einheitliche Verfahrensweise im Land" an
Scholz und seine Stellvertreterin, Gesundheits-Abteilungsleiterin Claudia Schröder, nannten noch keine konkreten Schritte zur Verschärfung der Auflagen. Sie meinten aber, das Ziel sei schon „eine möglichst einheitliche Verfahrensweise im Land“. Zuvor hatten sich mehrere Politiker, unter anderem SPD-Fraktionschefin Johanne Modder, verstimmt gezeigt darüber, dass viele Menschen die Einschränkungen ignorierten und beispielsweise vor Eisdielen sehr eng zusammensitzen. Das Ziel sei aber gerade, größere Menschenansammlungen zu unterbinden, damit die Ansteckungsgefahr verringert wird.
Schröder hat vehement an Ärzte und Pfleger appelliert, die Angebote für eine Kinderbetreuung in Kindergärten und Schulen zu beanspruchen, damit sie für den Dienst in Krankenhäusern bereitstehen können. Bisher gilt die Regel, dass beide Elternteile in „systemrelevanten Berufen“ tätig sein müssen, wenn die Notbetreuung möglich sein soll. Diese Vorgabe werde man aber „überprüfen“, erklärt Scholz. Die Ärzte und Pfleger würden jetzt dringend gebraucht im Gesundheitssystem, da das Land seine Kapazitäten für Intensiv-Klinikbetten derzeit ausbaue.
Noch zu wenig Schutzkleidung: „Noch nicht zufriedenstellend“ sei die Menge an verfügbarer Schutzkleidung, sagte Infektionsschutzreferent Fabian Feil im Sozialausschuss. Schröder erläuterte, der Bund und auch das Land hätten Material bestellt, aber bisher warte man „täglich auf die Ware“.
Rückkehr von den Inseln: Viele Urlauber auf den ostfriesischen Inseln müssen diese verlassen – bis spätestens 25. März. Der Grund ist, dass die Kliniken auf den Inseln nicht ausreichend sind für mögliche Corona-Notfälle. Der SPD-Abgeordnete Wiard Siebels erläuterte, viele Urlauber würden die Dramatik der Situation bisher nicht einsehen und ließen sich Zeit mit der Rückreise. Man müsse nun verhindern, dass bei einer schlagartigen Abreise die Fähren überfüllt sind und das Infektionsrisiko weiter steigt. Scholz sagte, viele Inselbewohner entwickelten eine Abneigung gegen die Gäste auf der Insel, nun müsse man dort ein drohendes Verkehrschaos vermeiden.

