Zwei, auf die sich Althusmann (Mitte) hundertprozentig verlassen kann: Björn Thümler (rechts) und Reinhold Hilbers (links) - Foto: Alissa Giese[/caption]
Kritiker können sagen, diese Idee markiere eine neuen Höhepunkt in der wechselvollen Geschichte der Frauenpolitik in Niedersachsen, einer Geschichte, die keineswegs überwiegend von Erfolgen gekennzeichnet ist. Allerdings: Der gleiche CDU-Spitzenkandidat, der einen Mann als Frauenminister vorschlägt, peilt für sein Kabinett eine fünfzigprozentige Frauenquote an – jeder zweite Minister soll weiblich sein. In der gegenwärtigen Regierung sind sechs Männer und vier Frauen, das ist auch schon mehr als im vorherigen CDU/FDP-Kabinett. Geht es also allmählich bergauf mit der Gleichberechtigung in der Spitze der Politik?
Angefangen haben solche Debatten in den achtziger Jahren. Im öffentlichen Bewusstsein wurde die Frauenpolitik damals immer bedeutender, die SPD schickte sich an, die Quote bei den Listenaufstellungen in ihre Satzung zu schreiben. In Niedersachsen wirkte eine Frau besonders aktiv in diese Richtung – die spätere SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier aus Göttingen.
In der CDU-geführten Landesregierung blieb diese Debatte nicht unbeachtet, es wurde damals viel und heftig über die Frage diskutiert, ob man in den Kommunalverwaltungen „Gleichstellungsbeauftragte“ vorschreiben soll, damit die Belange der Frauen im öffentlichen Dienst gefördert werden. Nach der Landtagswahl 1986 berief der wiedergewählte Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) eine „Landesfrauenbeauftragte“, es wurde Antonia Wigbers, die als ihre Sprecherin übrigens Sigrid Krampitz auswählte, die später als Büroleiterin an der Seite von Gerhard Schröder bis ins Kanzleramt kam.


