Das Tempo stelle Politik und demokratische Ordnung vor echte Herausforderungen, sagt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. - Foto: MB.[/caption]
Die Kommission muss Harhoff zufolge nicht zwingend Handlungsempfehlungen erarbeiten. Man könne aber Handlungsoptionen benennen. Der Innovationsökonom rief dazu auf, positiv auf die Möglichkeiten der Digitalisierung zu schauen. „Ich habe manchmal den Eindruck, dass wir in Deutschland bei solchen Herausforderungen die Probleme sehr weit in den Vordergrund rücken.“ Er sei gerade in China gewesen und habe gesehen, dass die Menschen sich dort leichter damit täten, sowohl den Nutzen als auch die Chancen zu sehen.
Das Tempo der vergangenen 20 oder 30 Jahre hält nicht nur an, es wird sich möglicherweise weiter beschleunigen.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil meinte, es sei ein grundlegender Wandel in vielen Bereichen festzustellen. „Das Tempo der vergangenen 20 oder 30 Jahre hält nicht nur an, es wird sich möglicherweise weiter beschleunigen. Das ist für Politik und demokratische Ordnung eine echte Herausforderung“, sagte Weil. Man müsse versuchen, „vor die Lage zu kommen“, wie man bei Polizei und Feuerwehr sage. Für ihn ist die Digitalisierung nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine Kulturrevolution, „mit allen Chancen, aber auch allen Risiken“.
Wir müssen produktiver werden, um mehr Wertschöpfung pro Mitarbeiter zu erzielen. Die großen Konzerne bekommen das mit Ach und Krach hin, die kleinen Firmen stehen vor massiven Herausforderungen.
Auf das Risiko für Unternehmen und Mitarbeiter wies Professor Tobias Ortmaier von der Leibniz-Universität Hannover hin. Er warnte vor einem Firmensterben in der Fläche. Man werde durch Digitalisierung und Robotik in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten eine zweistellige Millionenanzahl an Arbeitern verlieren. „Das bedeutet: Wir müssen produktiver werden, um mehr Wertschöpfung pro Mitarbeiter zu erzielen. Die großen Konzerne bekommen das mit Ach und Krach hin, die kleinen Firmen stehen vor massiven Herausforderungen.“
Wichtig sei, dass die Universitäten die entsprechenden Fachkräfte ausbilden. Hier spielten auch Start-ups und Ausgründungen eine Rolle und die Möglichkeit für Universitäten, sich zum Beispiel daran zu beteiligen. Daniela Cavallo, Vize-Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats bei Volkswagen, sagte, Digitalisierung bedeute nicht nur Abbau von Arbeitsplätzen. Es würden auch neue Jobs entstehen. Volkswagen sei es wichtig, dass das auch in Niedersachsen passiere.
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Der Kommission gehören zwölf Wissenschaftler an, die sich auf die sechs Handlungsfelder Digitalisierung, Gesundheit, Pflege, Klimawandel, Mobilität sowie Generationen und Zuwanderung fokussiert. Dieses Gremium soll bis Ende kommenden Jahres einen Abschlussbericht erarbeiten. Die Ergebnisse sollen dann zum 75. Jubiläum des Landes (im November 2021) niedersachsenweit präsentiert werden.


