Wurde von Innenminister Boris Pistorius in den Ruhestand verabschiedet: LKA-Präsident Uwe Kolmey - Foto: kw[/caption]
Er spielte damit auf die Neuregelung der Vorratsdatenspeicherung an, die laut Gesetz eigentlich zum 1. Juli vergangenen Jahres hätte verpflichtend sein sollen. Damit ist die Auflage für Mobilfunkanbieter gemeint, die Hinweise zu Standort und Verbindungsdaten für einige Wochen zu speichern und der Polizei auf Wunsch auszuhändigen. Das betrifft Daten darüber, von welchem Handy aus wann mit welchem anderen Handy gesprochen wurde. Auch die Standortdaten sollen dazu gehören, allerdings soll deren Aufbewahrungsfrist kürzer sein. Es geht also um Hinweise zur Nutzung von Handys, nicht um das Abhören der Gespräche.
Als im vergangenen Sommer die neue Verpflichtung wirksam werden sollte, hatte die Bundesnetzagentur all jenen Providern, die gegen die gesetzlich auferlegte Speicherung verstoßen, eine wichtige Mitteilung gemacht: Ihnen drohe bei Nicht-Befolgen der Auflage keine Sanktion. Vorangegangen war ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Nordrhein-Westfalen, das sich jedoch nur auf einen einzelnen Mobilfunkanbieter bezogen hatte. Die Bundesnetzagentur aber leitete eine allgemeine Anweisung daraus ab – offenbar auch vor dem Hintergrund neuer Verfassungsbeschwerden gegen die Vorratsdatenspeicherung, die von ihren Kritikern als Eingriff in das grundgesetzlich geschützte Post- und Fernmeldegeheimnis interpretiert wird.


