26. Nov. 2019
Soziales

Masern: Barmer stellt Impfschutz-Lücken fest

Die Impflücken bei Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen sind nach Angaben der Barmer Krankenkasse größer als bisher gedacht. Sie beruft sich auf einen selbst erstellten Arzneimittelreport, in dem Wissenschaftler Abrechnungsdaten verglichen haben. Demnach hatten in Niedersachsen im Jahr 2017 rund 13.000 Zweijährige keinen vollständigen Masern-Impfschutz. Die Barmer weist darauf hin, dass es sich bei Masern um eine extrem ansteckende Erkrankung handelt, die noch im Jahr 2017 laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation weltweit 110.000 Todesopfer gefordert habe. [caption id="attachment_39923" align="alignnone" width="780"] Für den "Herdenschutz" empfehlen Experten eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent -  Foto: sharryfoto[/caption] Vor allem Kinder unter einem Jahr seien daran gestorben. Deshalb sei es wichtig, einen sogenannten „Herdenschutz“ zu erreichen. Bei einer Durchimpfungsrate von mindestens 95 Prozent gelten auch all diejenigen geschützt, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Das sind zum Beispiel Kinder im ersten Lebensjahr und immungeschwächte Patienten. https://twitter.com/WDRaktuell/status/1159523419995738112 In diesem Jahr hat es in Niedersachsen ungewöhnlich viele Masernfälle gegeben. Das geht aus Zahlen des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) hervor. Insgesamt wurden 87 Fälle gezählt, der höchste Wert seit 15 Jahren. Die Hälfte der Fälle trat von Januar bis Ende April im Landkreis Hildesheim auf. Dort starb eine Frau an einer Lungenentzündung infolge der Maserninfektion. Laut NLGA zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre, dass immer Erwachsene an Masern erkranken. In diesem Jahr waren über die Hälfte der Erkrankten 20 Jahre und älter. Es handele sich nicht um eine harmlose Erkrankung, warnen die Experten. Ein Viertel aller Masernfälle in diesem Jahr habe stationär behandelt werden müssen.
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #210.
Martin Brüning
AutorMartin Brüning