7. Juni 2019
Soziales

Mietpreisdeckel: Mieter und Eigentümer in Niedersachsen sind skeptisch

In Berlin will der Senat ab dem Jahr 2020 die Mieten deckeln. Fünf Jahre lang sollen sie dann nicht mehr erhöht werden können. Bei Mieterbund und Hauseigentümern in Niedersachsen sieht man die Maßnahme mit Skepsis. Die Entscheidung sei ein Ausdruck der Verzweiflung, sagte Reinhold von Thadden, Justiziar beim Mieterbund, am Freitag auf einer Pressekonferenz in Hannover. [caption id="attachment_41211" align="alignnone" width="780"] Mieterbund und Hauseigentümer im Flächenland Niedersachsen sehen den Mietpreisdeckel skeptisch - Foto: hanohiki[/caption] In Berlin gebe es natürlich auch eine ganz andere Situation als in vielen niedersächsischen Gemeinden. Er selbst sehe die Maßnahme daher zurückhaltend. Das könne flächendeckend keine Lösung sein. „Dennoch müssen wir das Problem angehen, weil das sonst zu einem großen Problem führt.“ Die Spaltung der Gesellschaft könne auch schleichend voranschreiten, sagte von Thadden. https://soundcloud.com/user-385595761/oma-ihr-klein-hauschen-gerat-durch-strasenausbaubeitrage-in-gefahr Hans Reinhold Horst vom Verband Haus und Grund sagte, in einem Hotspot wie Berlin gebe es eine besondere Situation, wo Lösungen gefunden werden müssten. Die Mieten seien allerdings das einzige Finanzinstrument, mit der Immobilienbewirtschaftung möglich sei. „Die Kosten, zum Beispiel für Handwerker oder durch Abgaben, steigen. Wenn die Mieten jetzt eingefroren werden, geht die Schere nicht mehr zusammen. Wie soll man unter diesen Bedingungen Immobilien noch ordentlich bewirtschaften?“, fragte Horst. Er sieht auch Schwierigkeiten für Eigentümer, die eine Immobilie für die Rente angeschafft haben. Dieses Modell werde durch einen Mietendeckel gefährdet. „Dann haben wir wirklich ein Generationenproblem.“
Martin Brüning
AutorMartin Brüning