Vielleicht wäre auch bei der Film- und Medienförderung ein sogenannter „Design Thinking Workshop“ keine schlechte Idee, in dem Sätze wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ von vornherein verboten und bisherigen Mechanismen in Frage gestellt werden.
Warum aber organisiert ausgerechnet die Nordmedia diese Zusammentreffen aus zwei Welten? Die Frage stammt aus der alten Welt, inzwischen müsste sie lauten: Warum eigentlich nicht? Die Film- und Mediengesellschaft kennt sich in der Kreativszene aus, befasst sich durch ihre Förderung mit der Entwicklung neuer Computerspiele und verfügt über die Kontakte zu den Vertretern der Branche in Niedersachsen. Sie muss parallel zu ihrem neuen Engagement aber mithilfe von Fördermitteln dafür sorgen, dass es in Niedersachsen weiterhin überhaupt genügend Spieleentwickler gibt. Rund 350.000 Euro hat die Nordmedia im vergangenen Jahr dafür ausgegeben, viel ist das nicht. Zwar ist die Spieleindustrie auf Wachstumskurs und hat deutschlandweit im vergangenen Jahr fast drei Milliarden Euro umgesetzt. Im Vergleich zu den USA oder Kanada ist Deutschland allerdings ein Investitionszwerg. Bei der Förderung der Computerspielentwicklung könne man noch zulegen, sagte sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Auch bei der Nordmedia kann man sich fragen, ob die Verteilung der Fördergeldern nicht in Grenzen nachjustiert werden könnte. Ist es noch zeitgemäß, dass hohe Summen in Quatsch-Tatorten wie „Böser Boden“, einer 90-minütigen ARD-Variante von „The Walking Dead“ verbrannt werden? Und was bedeutet es für die Filmförderung, wenn inzwischen gefühlt jedes Dorf seinen eigenen Tatort bekommt? Vielleicht wäre auch bei der Film- und Medienförderung ein sogenannter „Design Thinking Workshop“ keine schlechte Idee, in dem Sätze wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ von vornherein verboten und bisherigen Mechanismen in Frage gestellt werden. Ein Termin mit Spieleentwicklern könnte die Medienförderer vielleicht auf ganz neue Gedanken bringen. Wie sagte es Gandhi? „Sei Du selbst die Veränderung.“
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