Can Dündar bei einer Veranstaltung in Hannover. Foto: Evangelische Akademie Loccum[/caption]
Dündar lebt in Berlin im Exil, nachdem ein türkisches Gericht ihn im Mai 2016 wegen Geheimnisverrats zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt hatte. Dündar war Chefredakteur der Tageszeitung „Cumhuriyet“ gewesen und hatte in der Zeitung illegale Waffenlieferungen der Türkei an Syrien öffentlich gemacht. Daraufhin war er festgenommen worden und hatte mehrere Monate im Gefängnis gesessen. Im Prozess war der Vorwurf der Spionage fallengelassen worden, allerdings fiel ein Urteil wegen Geheimnisverrats und Beleidigung des Präsidenten. Die türkische Regierung rüstet in diesen Tagen allerdings wieder gegen den Journalisten. Das höchste Berufungsgericht der Türkei hatte im März entschieden, dass das gefällte Urteil zu milde ausgefallen und Dündar auch wegen Spionage verurteilt werden müsse. Das Gericht erließ Haftbefehl und forderte vom Justizministerium, Dündar mithilfe der internationalen Polizeiorganisation Interpol aufzuspüren und festzunehmen. Einer solchen „Red Notice“ müssen die Interpol-Mitgliedstaaten allerdings nicht folgen, deshalb wird die deutsche Regierung sich bald im Fall Dündar positionieren müssen.


