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Ebenso bestand Einigkeit darin, dass das Wassermanagement in Zukunft nicht zentral für das gesamte Land organisiert werden sollte, sondern spezifische regionale Konzepte brauche. Ein wasserwirtschaftlicher Rahmenplan, wie es ihn früher gegeben hat, sei heute nicht notwendig, erklärte etwa Jan Arning für die kommunalen Spitzenverbände. Die Wasserversorgung müsse zwar ganzheitlich betrachtet und großräumiger gedacht werden, die ortsnahen Strukturen müssten dabei aber beibehalten werden. Es sei die Aufgabe der Kreise und kreisfreien Städte mit ihren unteren Wasserbehörden, die gegenläufigen Interessen von Wasserversorgern, Landwirtschaft und Industrie vor Ort auszugleichen. Er brachte dabei durchaus die Möglichkeit ins Spiel, dass sich die angrenzenden Versorgungsverbünde zusammenschließen.
Die Probleme und auch die Lösungen sind ganz andere, je nachdem, ob man an der Börde, auf dem Geestrücken oder ganz so woanders ist.
Elisabeth Schulz von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mahnte, es brauche mehr Förderprogramme für lokale Pilot-Maßnahmen. „Die Zeit des Redens ist vorbei“, sagte sie und bat darum, Prüfaufträge aus dem Entschließungsantrag der Großen Koalition in handfeste Förderprogramme umzuformulieren. Konkret empfahl sie, die entsprechende Förderrichtlinie aus der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) für Niedersachsen zu übernehmen. Zudem fordert Schulz, die Landkreise entsprechend auszustatten und zu beauftragen, gezielt kleine lokale Maßnahmen zu entwickeln. Die Kreise seien diejenigen, die dabei die Verantwortung tragen sollten, weil sie auch die Kontakte zu allein Partnern hätten. Die Landwirtschaftskammer regt an, in den Kreisen und kreisfreien Städten zukünftig dauerhaft tagende Runde Tische zur Wasserversorgung einzurichten, bei denen die Versorger, Wasser-, Umwelt- und Landwirtschaftsverbände im stetigen Austausch bleiben sollten. An dieser Stelle könnten dann auch regionale Wassermanagementpläne erarbeitet werden, die sich jeweils „radikal unterscheiden“ würden, so die Vertreterin der Landwirtschaftskammer. „Die Probleme und auch die Lösungen sind ganz andere, je nachdem, ob man an der Börde, auf dem Geestrücken oder ganz so woanders ist.“
Diese Ansicht teilt auch Godehard Hennies vom Wasserverbandstag. Die Anforderungen seien regional so unterschiedlich, dass es keine einheitliche Vorgabe geben dürfe. Die 26 Wasserverbände entlang der Küste müssten zum Beispiel dringend entwässern, das dürfe man ihnen auch nicht verbieten. Von der Idee, Wasserleitungen von der Küste bis weit ins Land hinein zu legen, rät Godehard entschieden ab. Auch wenn eine Lösung dafür gefunden werden müsse, dass an den Küsten mit viel Aufwand kostbares Süßwasser über die Deiche ins Salzwasser geleitet wird, seien die Kosten und der technische Aufwand für Leitungen ins Land hinein viel zu hoch und stünden nicht mehr im Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen, sagt Hennies.


