Anja Piel im Rundblick-Podcast im Gespräch mit Martin Brüning - Foto: isc[/caption]
Rundblick: Falls die SPD sich der Großen Koalition doch verweigern sollte, würden Sie dann als Grünen-Vorsitzende neue Gespräche über Jamaika im Bund befürworten?
Piel: Ich hatte anfangs Jamaika im Bund für eine interessante Konstellation gehalten – aber rasch gemerkt, dass hier etwas wesentliches fehlt, nämlich die gemeinsame Geschichte, eine Idee, wie man das Land gestalten soll. Und die Durchstechereien aus den Verhandlungen taten dann ihr übriges. Ich kann mir schon vorstellen, dass es im Fall der Fälle neue Gespräche über Jamaika oder auch über eine unionsgeführte Minderheitsregierung geben kann. Vor neuen Koalitionsverhandlungen jedoch bräuchte es schon sehr ernsthafte Absichtserklärungen von beiden Seiten, und das ist derzeit schwer vorstellbar.
Rundblick: Mal angenommen, Sie gewinnen und treten als Fraktionschefin im Landtag zurück. Mit einem Nachfolger namens Christian Meyer dürfte sich einiges ändern, oder?
Piel: Ach, sicher hat jeder seinen eigenen Stil. Christian hat mir gegenüber einen Vorteil – er hat früher im Landtag schon einmal Oppositionsarbeit gemacht. Für mich war das neu. Jeder versieht das Amt des Fraktionsvorsitzenden mit einer eigenen Note – und das ist auch gut so.

