Zahl der Drogentoten bleibt bundesweit fast gleich – steigt aber in Niedersachsen an
Nach dem Genuss illegaler Drogen sind in Niedersachsen im vergangenen Jahr 81 Menschen ums Leben gekommen – das sind 16 mehr als im Jahr zuvor. Dieser sprunghafte Anstieg entspricht nicht dem Bundestrend, denn dort stieg die Zahl der Drogentoten 2018 lediglich um vier, verglichen mit 2017, auf insgesamt 1276. Aus dem Drogenbericht der Bundesregierung geht hervor, dass in der Hälfte der Fälle eine Überdosis an Heroin oder Morphin ursächlich für den Tod war. Auch der Konsum von Schlaf- und Beruhigungsmitteln sei häufiger als früher verantwortlich dafür, dass die Drogenabhängigen gestorben sind. Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler sprach sich dafür aus, die 1500 ambulanten Suchtberatungsstellen in Deutschland stärker zu unterstützen – denn sie seien vor wachsende Herausforderungen gestellt. Wie in Niedersachsen hat es auch in Hamburg und Schleswig-Holstein einen Anstieg der Zahl der Drogentoten gegeben.
Das Sozialministerium teilte mit, die Ursachen könnten in einer Überdosierung, einem Mischkonsum oder in Langzeitfolgen des Drogenkonsums liegen. Eine klare Ursachenbestimmung sei oft nicht möglich. Ministerin Carola Reimann sagte: „Wenn eine Erkrankung nicht mit Schuldvorwürfen und Scham besetzt ist, kann es besser gelingen, gefährdete und erkrankte Menschen frühzeitig zu erreichen und bedarfsgerecht zu behandeln.“ Das Suchthilfesystem in Niedersachsen sei gut aufgestellt.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #069.