Möchte auch Behörden mit Strafgeldern belegen: Datenschutzbeauftragte Barbara Thiel. - Foto: nkw[/caption]
Das finale Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 hat vor allem viele Vereine und Unternehmen arg irritiert. Doch Niedersachsens Datenschutzbeauftragte fühlt sich dadurch erst recht gestärkt. Die DSGVO ist für sie eine Rückendeckung und ein Schild geworden, um sich noch besser für den Datenschutz einsetzen zu können. Im Fokus stünden aber nicht Vereine oder kleine und mittlere Unternehmen – und schon gar nicht der Bäcker um die Ecke, betont Thiel. Sie sieht sich jetzt auf Augenhöhe „mit Konzernen wie Google, Amazon oder Facebook“.
Anders als bei Wirtschaftsunternehmen kann ich bei Verstößen gegen öffentliche Stellen keine Bußgelder verhängen.
Doch im eigenen Bundesland, wenn es um die Landesbehörden geht, ist die Datenschutzbeauftragte machtlos. „Ein zahnloser Tiger bin ich im öffentlichen Bereich“, klagt Thiel. Sie bemängelt, dass ihr nur „unzureichende Abhilfemaßnahmen gegenüber öffentlichen Stellen“ eingeräumt worden seien, als das Niedersächsische Datenschutzgesetz an die DSGVO angepasst wurde. „Besonders bedauerlich ist, dass Regelungen zur Vollstreckbarkeit meiner Anordnungen gegenüber Behörden fehlen. Anders als bei Wirtschaftsunternehmen kann ich bei Verstößen gegen öffentliche Stellen keine Bußgelder verhängen.“ Solange Thiel die Sanktionsmöglichkeiten fehlen, bleibt ihr im Umgang mit der eigenen Landesregierung also nur der Weg des öffentlichen Anprangerns. Bei der Vorstellung ihres Tätigkeitsberichts am Donnerstag in Hannover hat sie diese Möglichkeit auch eindrucksvoll genutzt. Während es im Wirtschaftsbereich keine größeren Verstöße gegeben habe, nannte die Datenschutzbeauftragte gleich zwei wichtige Landesministerien, bei denen sie große Mängel sehe – und die schon seit Jahren. Die datenschutzrechtlichen Probleme, die es in Niedersachsen gibt, verortet sie einerseits im Kultusministerium, andererseits im Sicherheitsbereich im Innenministerium.


