In diesem Jahr hat die Rundblick-Redaktion Monat für Monat eine Person (oder auch mal eine Gruppe) ausgezeichnet, die sich besonders hervorgetan hat. Kluge Gedanken, starke Botschaften, herausragendes Engagement – das soll belohnt werden. In diesem Dossier präsentieren wir alle Niedersachsen und Niedersächsinnen des Monats von Januar bis Jahresende. Und bald kann an dieser Stelle dann über den Niedersachsen des Jahres abgestimmt werden.

Die Ausgezeichneten im Überblick:


Petra Bahr | Foto: Jens Schulze/Sprengel Hannover

Januar 2022: Petra Bahr

… hat schon sehr früh ihre kritische Position zu einer allgemeinen Impfpflicht erläutert. Sie wurde daraufhin als Impfgegnerin beschimpft, obwohl sie das gar nicht ist. Sie kann damit als eine Frau gelten, die die volle Härte der mittlerweile irrationalen Debattenkultur in Deutschland abbekommen hat – und sich wacker verteidigt hat. Beitrag lesen


Foto: StK; MS

Februar 2022: Anke Pörksen, Oliver Grimm, Stefanie Geisler

…befanden sich zwei Jahre lang im Ausnahmezustand, da sie die Corona-Politik der niedersächsischen Landesregierung nach außen vertreten mussten. Das verlangte ihnen ständige Präsenz ab und war eine enorme, über das verträgliche Maß hinausgehende Arbeitsbelastung. Es geschahen auch Fehler und Flüchtigkeiten, aber im Großen und Ganzen haben die drei und viele andere, für die sie stellvertretend stehen, eine gute Arbeit in der Krisenkommunikation geleistet. Beitrag lesen


Foto: privat

März 2022: Prof. Vadim Issakov

…steht beispielhaft für viele Menschen in Niedersachsen, die sich seit Wochen um eine der aktuell wichtigsten Aufgaben kümmern: Sie sorgen dafür, dass aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine flüchtende Menschen hier in Niedersachsen Aufnahme finden und integriert werden. Der Elektrotechnik-Professor Vadim Issakov (40) aus Braunschweig hat seine Kontakte genutzt und junge Wissenschaftler nach Braunschweig geholt. Somit leistete er schon früh einen Beitrag zur Solidarität und zur Integration. Beitrag lesen


Foto: von Cramon/EP-Pressphoto

April 2022: Viola von Cramon

…ist vermutlich diejenige niedersächsische Politikerin, die am intensivsten und nachhaltigsten für die Unterstützung der Ukraine wirbt – und das Drama von Putins Angriffskrieg schon sehr früh hatte kommen sehen. Viola von Cramon aus Göttingen und ist seit 2019 für die Grünen Mitglied des Europäischen Parlaments. Schon 1996, als der aktuelle Konflikt noch in weiter Ferne lag, wirkte sie als Assistentin in einem wirtschaftlichen Beratungsprojekt für die ukrainische Regierung in Kiew. Beitrag lesen


Foto: Landtag Nds

Mai 2022: Gabriele Andretta

… hat mit einer schwungvollen, inhaltsstarken und überaus würdigen Veranstaltung an die 75. Wiederkehr des Tages erinnert, an dem der Niedersächsische Landtag das erste Mal zusammengetreten ist. Sie hatte damit einmal mehr bewiesen, dass sie ihr repräsentatives Amt gut zu nutzen wusste. Andretta war fünf Jahre lang die Landtagspräsidentin in Niedersachsen. Die 61-Jährige stammt aus der Eifel, lebt aber seit vielen Jahrzehnten in Göttingen. Dem Landtag gehörte sie ein Vierteljahrhundert lang an. Beitrag lesen


Foto: LEE

Juni 2022: Silke Weyberg

…war früher mal im Landtag, hat aber inzwischen eine neue, sehr politische Aufgabe übernommen. Sie leitet die Geschäfte des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE, der in der aktuellen politischen Debatte überaus aktiv wirkt. Dieser Verband wird nicht müde, mit neuen Ideen, die manchmal quer zu den Plänen der Regierenden stehen, Aufsehen zu erregen. Die aus Peine stammende Weyberg warb in einem Positionspapier für die offensive Nutzung von Biogas und riet dazu, diese Form der Gaserzeugung in der aktuellen Debatte nicht aus dem Blick zu verlieren. Der LEE mischt sich auch mit Stellungnahmen in Raumordnungs- und kommunale Planungsverfahren ein, oft mit der Mahnung, dass die Bedingungen für den Ausbau von Windkraft besser werden müssen. Beitrag lesen


Foto: Philipp von Ditfurth

Juli 2022: Heiger Scholz

…kommt gebürtig gar nicht aus Niedersachsen, sondern aus Westfalen, gehört mittlerweile aber schon seit vielen Jahrzehnten zum „festen Inventar“ der niedersächsischen Landespolitik. Der 65-Jährige war Chef des Corona-Krisenstabes und hatte daneben ehrenamtlich als Vorsitzender der Schiedskommission des SPD-Unterbezirks der Region Hannover die Aufgabe, sich mit dem Parteiausschlussverfahren gegen Altkanzler Gerhard Schröder zu beschäftigen. Das war eine unwillkommene Rolle, da Scholz zwischen allen Stühlen saß. Das von ihm geleitete Gremium empfahl keinen Parteiausschluss. Scholz aber trat auch in dieser Funktion mit einer starken Autorität auf. Beitrag lesen


Foto: Rainer Erhard

August 2022: Dagmar Schulz

…steht als Repräsentantin für ihre Kommune – und überzeugt dadurch, dass sie eine wegweisende Entscheidung getroffen hat. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg, dem sie als Landrätin vorsteht, wagte als einer der ersten die Fortsetzung eines Angebots für einen kostengünstigen Bus- und Bahnverkehr. Damit setzte sie Zeichen in einer Zeit, die bei der Frage des ÖPNV über Monate hinweg von Ungewissheiten und Widersprüchlichkeiten geprägt war. Beitrag lesen


Foto: äkn

September 2022: Martina Wenker

…ist ständig mit Hinweisen, Ratschlägen und Forderungen in der Öffentlichkeit. Die Präsidentin der niedersächsischen Ärztekammer nimmt an der politischen Debatte regen Anteil – und bleibt dabei stets sehr sachlich und bestimmt. Dabei versteht sie es, ihre Botschaften einfach und verständlich auszudrücken, auch wenn die Inhalte manchmal durchaus komplex sind. So hat sie sich im Herbst vehement gegen den „Kontrollwahn“ ausgesprochen, der gegenüber Menschen ihres Berufsstandes herrsche. Beitrag lesen


Foto: privat

Oktober 2022: Ortrud Wendt

… trägt Verantwortung für eine Kampagne, die landesweit wohl einmalig ist. Die Bürgermeisterin von Burgwedel zielte auf einen Mangel, der in allen Kommunen derzeit erkennbar ist und vor allem viele junge Familien belaste: Sie trat mit einer Plakatserie („Prinzessinnen-Bezwinger*innen gesucht“) auf, verdeutlichte so die Notwendigkeit, mehr Erzieher für die Kindertagesstätten zu bekommen – und erregte mit dieser Aktion landesweit die Gemüter. Beitrag lesen


Foto: Franz Bischof

November 2022: Franz Rainer Enste

…hat als Beauftragter Niedersachsens für den Schutz der jüdischen Kultur und gegen den Antisemitismus Zeichen gesetzt. Der frühere Sprecher des Landtags, der später Regierungssprecher wurde und seine neue Rolle ehrenamtlich versah, führte die politischen Akteure zusammen, veranstaltete Tagungen und wirkte hinter den Kulissen. Eine seiner wichtigsten Botschaften war, auf den Antisemitismus im Alltag aufmerksam zu machen, die sich durch unterschiedliche Gruppen der Bevölkerung ziehe. Dabei, so lautete sein Credo, wäre es verfehlt, diese Stimmungen und Haltungen einer einzigen politischen Richtung zuzuordnen. Beitrag lesen


Fortsetzung folgt…