Der Verband der Ernährungswirtschaft in Niedersachsen (VDEW) sieht die Fleischwirtschaft „in einer inakzeptablen und unzumutbaren Weise unter Generalverdacht gestellt“. „Die Branche musste in den letzten Jahren immer wieder viel Kritik aushalten. Das, was wir jedoch derzeit erleben, schießt klar über das Ziel hinaus und hat mit der gebotenen Infektionsprävention nichts mehr zu tun“, sagte VDEW-Vorstandsmitglied Theo Egbers am Montag.

Die Fleischbranche sieht sich in der Corona-Krise erneut scharfer Kritik ausgesetzt – Foto: industrieblick

Er warnte vor Gesetzesvorhaben, nach denen nur noch Arbeitnehmer das Fleisch verarbeiten dürfen, die direkt im Betrieb angestellt seien. Bei dieser Idee handele es sich um ein „verfassungsrechtlich nicht tragfähiges Vorhaben“. „Eine ernste Krisensituation wird auf bedenkliche und verfassungswidrige Weise ausgenutzt, um eine offenbar missliebige Branche öffentlich an den Pranger zu stellen und in Misskredit zu bringen“, so Egbers.

Derweil ruht in einem Schlachtunternehmen von Westfleisch und Danish Crown in Dissen im Kreis Osnabrück der Betrieb, nachdem dort 92 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Man werde nun sehr schnell die Gründe für das Testergebnis analysieren, hieß es am Montag aus dem Unternehmen.

Die betroffenen Mitarbeiter und deren Kontaktpersonen kommen nun in Quarantäne, geklärt werden muss noch der Umgang mit rund 2000 Tonnen Fleisch. Darüber berät der Landkreis.


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Das Land will in den kommenden Tagen sämtliche Mitarbeiter von Schlachtbetrieben testen lassen. Das hatte das Sozialministerium bereits in der vergangenen Woche angekündigt. Zucor hatte es in Nordrhein-Westfalen Infektionsvorfälle in Schlachthöfen gegeben.