Gerhard Schröder mit seiner Ehefrau So-yeon bei einer Konferenz in der Türkei. Rechts neben dem Altkanzler stehen der türkische Umweltminister Murat Kurum und Tahir Büyükakın (rechts vorne), Bürgermeister der Metropole Kocaeli. | Foto: Stadt Kocaeli

Gerhard Schröder, Altbundeskanzler und Gas-Lobbyist, hält sich weiterhin mit klaren Worten zur russischen Invasion der Ukraine zurück. Bei einer Stadtentwicklungs-Konferenz in der türkischen Metropole Kocaeli sagte Schröder Ende vergangener Woche, dass sich nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ und dem Ende der Bipolarität zwischen USA und Sowjetunion die Welt verändert habe. „Dennoch haben wir keine Sicherheitsstruktur geschaffen, die diese veränderte Situation widerspiegelt. Und der Krieg in der Ukraine ist eine der Konsequenzen dieses politischen Versagens“, meinte der 77-Jährige.

Seinen Freund Wladimir Putin, der den Angriffskrieg begonnen hat und für den Tod tausender Menschen verantwortlich ist, erwähnte Schröder in der 25-minütigen Rede mit keiner Silbe. Er sagte lediglich: „Die Herausforderungen, denen der europäische Kontinent infolge des russischen Kriegs gegen die Ukraine gegenübersteht, sind immens.“

Nach Ansicht von Beobachtern ist das ein Skandal, da Schröder weiter in Diensten staatlicher russischer Gasunternehmen steht und damit zum Teil von Putins Kriegsmaschinerie geworden ist. Die Staatskanzlei in Hannover hatte kürzlich mitgeteilt, dass nicht beabsichtigt sei, Schröder die Landesmedaille als Auszeichnung zu entziehen.

Während in Niedersachsen darüber gestritten wird, ob Gerhard Schröder die Landesmedaille zurückgeben muss, wird der Altkanzler in der Türkei schon wieder mit neuen Auszeichnungen bedacht. | Foto: Stadt Koceali