Nach der Entscheidung des Krisenstabs in Niedersachsen, ab Montag die Schulen im Land zu schließen, steht eine Entscheidung der Landesregierung immer noch aus. Die Landesregierung werde morgen mitteilen, welches die nächsten Schritte in der Bekämpfung des Coronavirus sein werden, hieß es am frühen Abend in einer Pressemitteilung des Sozialministeriums. Vorbereitende Arbeiten dazu fänden gerade statt. „Heute sind Entscheidungen entgegen anderslautender Meldungen nicht zu erwarten“, hieß es. Wenn die Schüler allerdings wirklich am Montag in die vorgezogenen Osterferien starten würden, wäre das morgen bereits der letzten Schultag.

Zuvor hatten sowohl das Politikjournal Rundblick als auch andere Medien über die Entscheidung des Krisenstabs berichtet. Demnach soll die Schließung der Schulen zunächst bis zum 30. März dauern, dann beginnen in Niedersachsen ohnehin die Osterferien, die bis zum 14. April gehen. Die Meldung brachte heute durch die hohe Zahl der Zugriffe nicht nur die Internetseite des Rundblicks an den Rand ihrer Möglichkeiten, auch die Seite des Kultusministeriums ging zeitweise in die Knie.

In der Landespolitik wundert man sich derweil über die Verzögerungen im Krisenmanagement. Der FDP-Bildungsexperte Björn Försterling warnte im Gespräch mit dem Politikjournal Rundblick davor, in einer Krise Grundsatzentscheidungen aufzuschieben. „Natürlich muss man auch die Notbetreuung sicherstellen, aber dennoch brauchen Schüler, Eltern und Lehrer Klarheit und eine mutige Entscheidung für die Schließung der Schulen ab Montag. Das darf nicht schon an fehlender Notbetreuung scheitern, die Herausforderungen der nächsten Tage und Wochen werden noch größer“, sagte der FDP-Politiker.

Grüne: Kinderbetreuung muss sichergestellt sein

Die Bildungspolitikerin der Grünen, Julia Hamburg, erklärte, Schulen vorsorglich zu schließen, könne in der aktuellen Situation eine wichtige Maßnahme sein. Allerdings müsse sichergestellt werden, dass Eltern, die als Pflegekräfte, Ärzte und anderes medizinisches Personal tätig sind, weiterhin arbeiten könnten. „Wenn die Gesundheitsversorgung durch fehlendes Personal gefährdet wird, wäre mit den Schulschließungen wenig gewonnen. Auch andere Eltern dürfen durch die jetzt notwendige Kinderbetreuung keine Nachteile haben“, so Hamburg.


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