Das Wesen des Rundblicks

Der „Rundblick“ ist sowohl ein Insider-Medium wie auch ein Magazin für politische Hintergründe, Zusammenhänge und Debatten: Wer etwas erfahren will über interne Abläufe in der Landesregierung, wer Hintergründe und Zusammenhänge erklärt haben will, der greift zum Rundblick und liest dort, was im Landtag und in den Ministerien aktuell vor sich geht. Seit bald 60 Jahren ist das so – und in Zeiten der veränderten Medienwelt ist der Rundblick vielleicht gefragter denn je. Dieses Politikjournal hat bundesweit eine Sonderstellung. Wer Anregungen braucht für politische Diskussionen, findet auch im „Rundblick“ dazu viele Hinweise und Gedankenstützen. Wir verstehen uns als Teil des Motors für den politischen Diskurs in Niedersachsen.

Foto: Kleinwächter

Was genau macht dieses Politikjournal aus? Mit der vierköpfigen Redaktion, die im Herzen der Landeshauptstadt arbeitet, berichten wir direkt aus dem Landtag, aus den Ausschüssen und von den Fluren des Parlamentes über landespolitische Pläne, Zusammenhänge und Entstehungsprozesse. Die Querverbindungen zwischen Land und Kommunen, Land und Bund, Land und EU werden beleuchtet. Damit tragen wir bei zur Vernetzung der Entscheidungsträger von Politik und Verwaltung, Verbänden, Wirtschaft und gesellschaftlichen Institutionen. Wir transportieren unsere Inhalte über den wochentäglich erscheinenden PDF-Newsletter, ergänzt wird das mit einem umfassenden Online-Angebot. Über diesen Weg ist auch ein Zugang zum Rundblick-Archiv mit mehr als 19.000 Beiträgen und speziellen Dossiers möglich. Jeden Sonntag wird das Angebot ergänzt mit einem kostenlosen Sonntags-Newsletter. Zahlreiche Podcasts, Audio- und Videobeiträge kommen hinzu. Einmal wöchentlich schauen wir in der Rubrik „Blick in die Wirtschaft“ hinter die Kulissen der niedersächsischen Unternehmen.

Jeden Tag aktuelle Landespolitik, jeden Tag eine Einordnung dazu – das ist der Anspruch des Rundblicks. Aber wie kam es dazu? Die Drei-Quellen-Mediengruppe gibt den Rundblick heraus, früher hieß der Eigentümer Drei-Quellen-Verlag. Was bedeuten diese „drei Quellen“?

In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Kommunikation im Wirtschaftsleben und in der Politik immer wichtiger. Viele Firmen hatten aber keine Pressestellen – sie waren auf Zuarbeit und Unterstützung angewiesen. Außerdem wuchs der Bedarf an Informationen für die Unternehmen, vor allem über Vorgänge in den verschiedenen niedersächsischen Betrieben, über personelle Veränderungen und neue Geschäftsfelder. In der Mitte der sechziger Jahre fanden drei hannoversche Wirtschaftsführer zusammen, um einen Wirtschafts-Informationsdienst ins Leben zu rufen, den Rundblick.

Mit „drei Quellen“ sind die drei Gründerväter des Rundblick gemeint: der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Friedrich Freiherr von Georgy, der Präsident der Industrie- und Handelskammer Hannover, Clemens von Velsen (und sein Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Fricke), sowie der Pumpenfabrikant Wolfgang Meinecke. Diese Herren hatten die Vorstellung, Informationen vor allem von Unternehmen und für Unternehmen zusammenzustellen – und auch über die Politik, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft setzte.

Helmut Rieger schärfte das politische Profil

Dazu gehört allerdings eine Vorgeschichte: Der Verleger Kurt Ihlefeld hatte in den fünfziger Jahren zwei Informationsdienste herausgegeben – den „Niedersachsen-Spiegel“ als Informationsblatt aus dem Wirtschaftsleben, sowie „Die Kulisse“ als politischen Hintergrund-Informationsdienst. Chefredakteur beider Blätter war Joseph Nowak, Autor von Büchern und hannoverscher Korrespondent der katholischen Nachrichtenagentur KNA. Redaktionssitz beider Blätter war das Hinterhaus der Hohenzollernstraße 22 in der hannoverschen Oststadt.

1970 trat Helmut Rieger seinen Dienst beim Rundblick an. Er kam von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, hatte dort lange im Politikressort gearbeitet – und verstärkte zunächst die Rundblick-Redaktion, war von 1974 an dann der alleinige Leiter der Redaktion. Mit Rieger gewann das Informationsblatt ein politisches Profil. Wirtschaftsnachrichten waren nicht mehr vorrangig, immer stärker wurde über interne Vorgänge in der Landesregierung und Landesverwaltung berichtet, vor allem zur Zeit der Ministerpräsidenten Georg Diederichs, Alfred Kubel und Ernst Albrecht. Rieger gilt bis heute in Journalistenkreisen als ein Phänomen, als eine Legende: Niemand, heißt es, sei je so dicht an den landespolitischen Akteuren gewesen wie er. Er habe dauernd telefoniert, von vielen vertraulichen Vorgängen ganz früh gewusst und mit seinen Veröffentlichungen oft sogar Minister überrascht.

Gebietsreform sorgte für Rundblick-Boom

In der Zeit der Gebietsreform, als landesweit in vielen Rathäusern die Verunsicherung groß war aufgrund der Sorge um realitätsferne Vorschläge aus Hannover, erlebte der Rundblick einen wahren Boom: Viele Kommunalpolitiker sahen im Rundblick die wichtigste Informationsquelle über interne Abläufe in Hannover – und nutzten das dann als Munition für ihre Aktionen vor Ort, für Proteste und Streitgespräche. Von Rieger hieß es aber auch, dass er selten in der Öffentlichkeit erschien und für die meisten Menschen ein Unbekannter blieb, weil er Pressekonferenzen und große Veranstaltungen eher mied. Er liebte das vertraute Gespräch – auch und sogar vorwiegend am Telefon.

Rieger ging Anfang 1994 in den Ruhestand, schrieb aber weiter hin und wieder für den Rundblick. Nachfolger wurde auch ein Insider der Landespolitik, der langjährige landespolitische Redakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, Dr. Hans-Peter Sattler. Sattler war vor allem für seine treffenden Kommentare und klugen Einschätzungen bekannt. Er war ein Meister im Umgang mit der Sprache und ein streitbarer Journalist.

Die nächste größere Veränderung stand dann im Jahr 2000 an, nämlich eine Fusion von Rundblick und „Nordreport“. Rolf Zick, der in Dransfeld bei Göttingen geboren wurde, berichtete seit 1960 aus Hannover für eine Nachrichtenagentur, die zunächst „Neuer Landesdienst“ hieß. Sein Angebot aus der Landeshauptstadt wurde von vielen lokalen Zeitungen im Lande gern angenommen. Seit 1974 hieß sein Informationsdienst „Nord-Report“, damals trat auch seine Tochter Anne-Maria Zick in die Redaktion ein, später übernahm sie die Aufgaben des Vaters.
Mit der Fusion von Rundblick und „Nordreport“ übernahm Anne-Maria Zick die Leitung der Redaktion, an ihrer Seite stand ihre Kollegin Britta Grashorn. 16 Jahre lang prägten die beiden Frauen das Gesicht des Rundblicks: Seriös, ohne langweilig zu wirken, bissig in den Kommentaren, ohne die Fairness aus den Augen zu verlieren. Während die Regionalzeitungen und Rundfunksender gegen Auflagen- und Hörerschwund ankämpften, teilweise ihre landespolitische Berichterstattung ausdünnten, blieb der Rundblick immer das, was er spätestens seit Riegers Zeiten war – ein verlässliches Medium mit dem Blick in das Innenleben der Landespolitik.

Erneuerung und neue Redaktionsräume ab 2016

Inzwischen gehört die Drei-Quellen-Mediengruppe nicht mehr den Verbänden der drei Gründerväter. Als letzter von ihnen schied Wolfgang Meinecke 1999 aus. Damals stieg Dietrich Kröncke, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, als Eigentümer ein – er übernahm die Anteile von Gernot Preuß, dem Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände. Kröncke besaß das Blatt bis Ende 2010, dann verkaufte er es an seinen Verband NiedersachsenMetall. Dessen heutiger Hauptgeschäftsführer, Krönckes Nachfolger Dr. Volker Schmidt, organisierte auch die Erneuerung des Rundblicks im Jahr 2016 – mit den neuen Redaktionsräumen in der Marktstraße 45, einen Steinwurf vom Landtag entfernt. Der Verleger garantiert die journalistische Freiheit und greift nicht in die Berichterstattung ein.

Nach dem Ruhestand von Anne-Maria Zick haben die beiden Journalisten Martin Brüning und Dr. Klaus Wallbaum 2016 die Leitung der Redaktion übernommen. Die Assistentin Sina Gartz (Jahrgang 1982) verstärkt das Team. Zunächst wurden sie unterstützt von Isabel Christian (Jahrgang 1989), die bis Anfang 2019 in der Redaktion tätig war. Später kam Niklas Kleinwächter (Jahrgang 1991) dazu, er kümmert sich in der Redaktion unter anderem um die Bereiche Landwirtschaft und Umwelt.

Martin Brüning (Jahrgang 1974) war zuvor unter anderem Nachrichtenchef beim Radiosender ffn und hat Erfahrung in der politischen und Verbandskommunikation. Klaus Wallbaum (Jahrgang 1961) war 20 Jahre lang landespolitischer Redakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, ging dann zum überregionalen Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Foto: Henning Scheffen

2021 verließ Martin Brüning die Redaktion, Nachfolger als Chefredakteur für Neue Medien wurde Christian Wilhelm Link (Jahrgang 1981), der zuvor als Reporter bei der Celleschen Zeitung gearbeitet hat. Als neue Redakteurin verstärkt seit 2021 auch Audrey-Lynn Struck (Jahrgang 1997) das Team, sie konzentriert sich vor allem auf Social-Media-Aktivitäten. Zum Team gehört auch Tomas Lada (Jahrgang 1994), der sich um das Verlagsmanagement kümmert und nebenher als Autor die Redaktion unterstützt.

Die Redaktion des Politikjournals arbeitet in der Marktstraße 45, Obergeschoss. Von hier aus haben wir einen Weitblick auf den Landtag, mehrere Ministerien, das Rathaus von Hannover und die Marktkirche. Wir liegen direkt im Herzen des Geschehens der niedersächsischen Politik, sind also im wahrsten Sinne des Wortes „nah dran“.