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Womöglich gilt es für die damalige Zeit stärker als heute: Die politische Prägung der Bundespolitik hat Rückwirkungen auf die Arbeit im Landtag. 1966 wurde in Bonn die Große Koalition unter Kanzler Kurt-Georg Kiesinger (CDU) und Außenminister Willy Brandt (SPD) gebildet – und sie verlief, allen Anfeindungen der beiden großen Parteien in den Wahlkämpfen zum Trotz, durchaus zielstrebig und sachorientiert. Als 1967 dann Landtagswahlen in Niedersachsen anstanden, hatten die Parteistrategen ein Interesse an Harmonie. Die erst ein Jahr zuvor gebildete neue Bundesregierung solle nicht durch Entwicklungen in Hannover gestört werden, also hatten sowohl Sozial- als auch Christdemokraten ein Interesse daran, die seit 1965 bestehende gemeinsame Arbeit in der Landesregierung auch fortzusetzen. Georg Diederichs, der für seine ausgleichende und landesväterliche Art bekannte Ministerpräsident, stand dafür. So kam es auch: Nach der Landtagswahl 1967, in der die CDU vier Prozentpunkte gewonnen und die SPD fast zwei Prozentpunkte verloren hatte, wurde das gemeinsame Bündnis fortgesetzt. Reich rechnerisch hätten auch SPD und FDP eine Mehrheit gehabt.


