Für Niedersachsens Bauern bleibt ungewiss, ob sie das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat künftig noch einsetzen dürfen. Eine entsprechende Entscheidung über die weitere Zulassung des Gifts auf dem europäischen Markt haben die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gestern vertagt. Ausschlaggebend war die Enthaltung Deutschlands bei der Abstimmung. Allerdings läuft die Lizenz für Glyphosat im Dezember aus, dann müssten Landwirte auf teurere Mittel zurückgreifen – und die Preise ihrer Lebensmittel würden steigen.

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Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) ist dennoch sicher, dass das Verbot von Glyphosat nur noch eine Frage der Zeit ist: „Viele Mitgliedsstaaten haben der EU heute die rote Karte gezeigt, sodass es keine zehnjährige Verlängerung der Zulassung geben konnte.“ Allerdings dürften die Landwirte nicht in der Luft gelassen werden, wie die EU es jetzt tue. „Wir brauchen in der Landwirtschaft einen klaren Ausstiegsplan, der verbindlich und schnell ist“, sagt Meyer. Zehn Jahre dürfe der Ausstieg aus der Glyphosat-Nutzung nicht dauern.