Die TÜV Mobility Studie 2022 zeigt: Ein Tempolimit auf Autobahnen liegt bei den Deutschen im Trend, die Elektromobilität dagegen eher nicht. | Foto: Sven Löffler, Canva, Montage: Rundblick

Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, fordert eine Offensive für die Elektromobilität, um die andauernden Vorbehalte in der Gesellschaft gegenüber E-Autos abzubauen. „Die Reichweitenangst in Kombination mit der Ladeproblematik kann toxisch für die Elektromobilität wirken“, sagte Bühler am Montag bei der Vorstellung der „TÜV Mobility Studie 2022“ und forderte: „Wir brauchen eine Offensive für mehr Ladestationen, eine zielgenauere Förderung und mehr günstige E-Autos für Jedermann.“ Laut einer aktuellen Umfrage können sich nur 26 Prozent der Bundesbürger vorstellen, als nächstes Fahrzeug ein E-Auto zu kaufen. 52 Prozent halten das für unwahrscheinlich, 22 Prozent wollen sich überhaupt kein neues Auto anschaffen.

Die TÜV-Studie zeigt auch, dass die Corona-Pandemie die Stellung des Autos als wichtigstes Verkehrsmittel noch verstärkt hat. 72 Prozent der Bürger nutzen demnach an einem gewöhnlichen Werktag das Auto. Das Fahrrad (32 Prozent) hat den ÖPNV (25 Prozent) überholt. „Das heißt aber nicht, dass sich die Befragten nicht einen attraktiveren Nahverkehr wünschen und diesen auch nutzen würden“, sagte Bühler. Für ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen sprechen sich laut Umfrage inzwischen 56 Prozent der Bürger aus. 37 Prozent lehnen die Maßnahme ab. Ein generelles Tempo 30 in Innenstädten wird dagegen nur von 40 Prozent der Befragten befürwortet und von 55 Prozent zurückgewiesen. Welche Vorteile ein solches Tempolimit innerorts überhaupt hätte, soll demnächst ein Modellprojekt in Niedersachsen untersuchen.


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